Nikolaus

Salzburger Schiachpercht'n und Krampusse | ein Salzburg Brauchtumsverein (Hexe)Nikolaus bedeutet übersetzt: Sieg und Volk;

Schutzpatron für Apotheker, Bäcker, Brückenbauer, Händler, Kinder, Fischer, Seefahrer, Senioren, Pilger, Reisender, Zigeuner sowie auch der Diebe und Verbrecher, auch Liebenden riefen ihn an. Sein Kult und seine Verehrung ist vor allem im slawischen Raum verbreitet, er ist der “Patron Russlands”, Väterchen Frost. Seine Attribute mit welchen er dargestellt wird sind Bischof, drei goldene Kugeln, Brot, Schiffe.

Gesicherte historische Daten gibt es über den Hl. Nikolaus nicht!

Jedoch am 6. Dezember 345 starb er der Überlieferung nach.
St. Nikolaus ist der Heilige des 6.Dezember. Nikolaus war um die Wende des 4. Jahrhundert Bischof von Myra (heute an der türkischen Mittelmeerküste). Die in Myra schon früh einsetzende Verehrung war von der Erinnerung an seine Güte bestimmt. Dieser Wesenszug kennzeichnet auch die vielfältigen Nikolausüberlieferungen welche bis heute erhalten sind.

Im 6. Jahrhundert wurde Nikolaus zum berühmten Heiligen der griechischen Kirche und des byzantinischen Reiches.Im 8. Jahrhundert zog der Kult um Nikolaus in Rom ein.Die Verehrung bei uns im Westen haben wir vor allem einer Frau zu verdanken: Die griechische Kaisertochter Thephanou brachte das Wissen und den Kult um den hl. Nikolaus aus dem Osten mit, als sich des Kaisers Tochter in Rom mit dem römisch-deutschen Kaiser Otto II. 972 vermählte.

Um 980 entstehen in Brauweiler (D) die ersten Nikolauskirchen. Am 8. Mai 1087 wurden die damals hoch verehrten Reliquien des hl. Nikolaus vor den Sarazenen nach Bari (Italien) in Sicherheit gebracht (wo sie heute noch in der Basilika St. Nicola verehrt werden).

Legenden um St. Nikolaus

Diese “Übertragung” = “Translation” der Gebeine des hl. Nikolaus ist das zweite Fest des beliebten Heiligen. Dieses Fest wird auch in Freiburg gefeiert, dem Sitz des Institutes für ökumenische Studien. Grund ist, dass die Kathedrale von Freiburg dem hl. Nikolaus geweiht ist, sich also auch eine Reliquie von ihm dort befindet. Die Nikolausverehrung stieg fortan.

1089 weihte Papst Urban II. eine neu erbaute Nikolauskirche und berief darauf ein Konzil nach Bari ein. Im 11. bis zum 16. Jahrhundert wurden über 2200 Kirchen nach dem hl. Nikolaus diesseits der Alpen benannt. Im 19. Jahrhundert erst erhielt der Nikolaus vom Maler Moritz von Schwind sein heutiges Aussehen verpasst, also roter Mantel mit Bischofsmütze und weißem langen Bart.

Brauchtum um den heiligen Nikolaus

Salzburger Schiachpercht'n und Krampusse | ein Salzburg Brauchtumsverein (Hexe)Seit 1555 ist Nikolaus als Gabenbringer der Kinder belegt. Denn da schrieb der evangelische Theologe Kirchmeyer: “Vor dem St. Nikolaustag legen Mütter für ihre Kinder Geschenke und eine
Rute bereit. Die Kinder freuten sich darauf und legten ihre Kerbhölzer in die sie ihre guten Tatan einkerbten für Nikolaus bereit, sowie Futter für sein Reittier!” Nikolaus beschenkte damals mit Nüssen, Kletzenbrot und Dörrobst, aber auch Bekleidung oder andere nützliche Dinge des täglichen Gebrauchs.

Im Mittelalter ward es der Brauch, dass Klosterschüler am Vorabend des Nikolausfestes einen “Kinderbischof” wählten. Dieser bekleidete sich mit den Gewändern eines Bischofs und “visitierte” die Klosterschule. Er bestrafte und belohnte Schüler, letzteres auch mit Süßigkeiten.

Das Gedenken an den Bischof von Myra ist katholischen Ursprungs und wurde von Luther abgeschafft. Doch der Brauch war eben nicht ausrottbar! Ab 17. Jahrhundert grassiert der Brauch, dass der Nikolaus mit einem Begleiter (später wurde daraus der Krampus) die Kinder beschenkte oder auch schon mal wegen ihres unchristlichen Tuns tadelte!

Ab 19. Jahrhundert wird die Nikolausgestalt immer mehr verweltlicht, nicht zu letzt auch von den Medien, nämlich zum Weihnachtsmann oder Santa. Heute kommt der Nikolaus meist ohne Krampus (da es nur mehr brave Kinder gibt), zu den Kleinen und befragt sie, ob sie denn “auch stets brav gewesen” sind. Früher waren Krampus oder Knecht Ruprecht ständige Begleiter des heiligen Mannes, wedelten bedrohlich mit Rute, aber letztlich bekamen die Kinder das, was sie sich erhofften: Süßigkeiten und Geschenke. Früher war Nikolaus der Tag der Geschenke, ähnlich wie es noch heute weitgehend in Holland es Brauch ist.

Brauch des Schuhbefüllens

Der bekannteste Brauch zum Nikolaustag ist der, dass die Kinder ihre geputzten Schuhe oder auch Strümpfe am Vorabend ans Fenster oder vor die Tür stellen dürfen und der Nikolaus diese über Nacht befüllt. Schon ein alter Spruch heißt:
“Sankt Nikolaus, leg mir ein, was dein guter Wille mag sein.
Äpfel, Nuss und Mandelkerne essen kleine Kinder gerne!”
Aber seien wir ehrlich, glauben sie wirklich, dass St. Nikolaus Stiefel trug? Es waren wohl eher die damals üblich Schuhe aus Holz, die denen Nikolaus und Krampus oder Knecht Ruprecht stapften…